Miluna Tuani:Korsika,die Insel der Schönheit ist ihre Muse, das Schreiben ist ihre Passion.Miluna ist eine Autorin für spannende und unterhaltsame Lektüre, Gedichte, Kurzgeschichten, Novellen, Romane, Bildbände, Reiseratgeber aus Korsika in deutscher Sprache.Alles, was das Herz eines Korsikafans höher schlagen lässt!
PROFIL

- MILUNA TUANI CORSICA CULTURE ACTIVIST&AUTHOR
- Miluna TUANI KORSIKA KULTUR AKTIVISTIN UND AUTORIN Autorin für spannende Lektüre aus Korsika in deutscher Sprache: Romane, Gedichte, Kurzgeschichten, Erzählungen, Legenden, Kriminalerzählungen, Novellen, RealliveFiction, Bildbände, Reiseratgeber u.v.m. , u.a. auf diversen Literaturplattformen wie Bookrix u.v.a. Sitemanagerin des ersten Korsika Musik und Kultur Online Agendas Korsika Musik und Kultur Events Blogredakteurin spezialisiert auf Korsika, mit Informationen, Anekdoten, Unterhaltsamen, Rezepten Kulturellen und vielen mehr über Korsika, direkt von der Insel der Schönheit Chilloutmusikdesignerin, Chilloutmusik made in Corsica, zum chillen, träumen und meditieren... Website Managerin vom Corsica Cyber Market, des E Shops für Korsische Spezialitäten und Fanartikeln, direkt aus Korsika
31.12.20
24.12.20
23.12.20
22.12.20
17.12.20
15.12.20
WURZELN DER HOFFNUNG IMPRESSIONEN ZUM KORSIKA ROMAN von Miluna Tuani
11.12.20
06.12.20
30.11.20
26.11.20
25.11.20
Legenden aus Korsika Das Auge der Sainte Lucie
Liebe BesucherInnen,
heute möchte ich Ihnen eine weitere kleine Legende aus Korsika vorstellen:Das Auge der Sainte Lucie
Der Legende nach opferte Lucie, Tochter einer angesehenen Familie aus Syrakus, ihre Augen der Heiligen Jungfrau Maria, nachdem sie unerlässlich zu ihr gebetet hatte, um sie zu bitten, ihre Mutter, die unter einer unheilbaren Krankheit litt, zu erlösen.
Wundersamerweise wurde diese wieder gesund. Um ihr für die außergewöhnliche Heilung ihrer Mutter zu danken, warf sie ihre Augen ins Meer.
Doch um ihr für dieses Opfer zu danken, gab sie ihr ihre Augen zurück, und noch mehr, sie waren weitaus ausdruckvoller, leuchtend und überirdisch schön.
Seitdem wurde sie als Heilige angebetet und vollbrachte zahlreiche Wunder, wie aus alten Weisen berichtet wird.
Nach einem Sturm kann man heute an einigen Stränden der Insel den Verschlussstein der roten Turbo- Meerschnecke finden, der angeblich den Augen der Lucie gleichen sollen.
Deswegen wird dieser Meerschneckendeckel (auch Operculum) als Glücksbringer und Bewahrer vor Verfluchungen als Schmuck getragen. In die Geldbörse gelegt, soll er angeblich immer volle Brieftaschen bringen.
Ich habe mir kürzlich einen solches Naturschmuckstück in Porto gekauft und ins Portemonnaie gelegt.
Beim Bezahlen unserer Rechnung im Eiscaffé, bemerkte ich erst später, dass man uns nur zwei Eisbecher anstelle von dreien berechnet hatte.
Wer glaubt hier an Wunder? War das schon die Wirkung des Auges der Heiligen Lucie? Oder einfach die vom Kundentrubel übermüdete junge Kellnerin?
Einfach mal ausprobieren!
Liebe Grüße,
Ihre Miluna
© Miluna Tuani
Die Korsische Cedrat-Zitrone A limea oder Alimea
Die Korsische Cedrat-Zitrone A limea oder Alimea
Liebe BesucherInnen,
Heute möchte ich Ihnen einen weiteren Beitrag aus der Reihe „Besonderheiten aus Korsikas Flora“ vorstellen.
Ich möchte Ihnen von der Cedrat-Zitrone berichten.
Die Cedrat-Zitrone oder Cedratfrucht (Citrus medica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Zitruspflanzen in der Familie der Rautengewächse (Rutaceae). Man nennt sie auch medischer Apfel, Zedernfrucht, Zedrate und Zedrat-Zitrone.
Sie stammt Ursprünglich aus Südostasien und wird heute außer auf Korsika vorwiegend in Kalabrien, Sizilien, Marokko, Kreta und sowie Puerto Rico angebaut.
Der Strauch oder kleine Baum bildet eine unregelmäßig geformte Krone. Die Pflanze ist relativ kurzlebig und bildet nur leichtes Holz. Junge Zweige sind kantig und rötlich gefärbt, sie sind mit kurzen, dicken Dornen besetzt.
Die Blätter sind oval, mit stumpfer Spitze und abgerundetem oder keilförmigem Blattgrund.
Die duftenden Blüten stehen in wenigblütigen Blütenständen. Die Blütenknospen sind rötlich, die Blütenblätter sind oberseits weiß, unterseits rötlich.
Die Früchte haben eine unregelmäßige, höckerige, sehr dicke Schale und können bis zu 25 cm lang und 4 kg schwer werden. Sie sind oval geformt, oft mit einer Ausstülpung an der Spitze, wie man sie von der Zitrone kennt. Die äußere Schale ist bei der Reife gelb und duftet, darunter befindet sich das dicke weiße Mesokarp. Das hellgrüne Fruchtfleisch kann süß oder sauer sein, nimmt aber nur einen geringen Teil der Frucht ein. Die Samen sind glatt, an einem Ende zugespitzt, im Innern weiß.
Das spärliche Fruchtfleisch wird frisch kaum verwertet. Die gelblich-grüne bis goldgelbe Schale hingegen wird zu Zitronat, Konfitüre und Likör verarbeitet. Das ätherische Öl wird auch zur Parfümherstellung verwendet.
Im Mittelmeerraum wird die Cedratfrucht hauptsächlich in den Küstenregionen angebaut und von September bis November geerntet.
Die Variante Korsische Cedratfrucht wurde seit dem Ende des 19. Jahrhundert intensiv auf Korsika kultiviert. Man pflanzte sie in terrassenförmigen Obstgärten in Heckenform angeordnet, zum Schutz gegen Wind, damit die Früchte nicht von ihren eigen langen Stacheln beschädigt wurden.
Die Produktion war die weltweit wichtigste der Epoche, und die Ernte war ausschließlich zum Export nach Italien und Nordeuropa bestimmt, wo sie zu Zitronat verarbeitet wurde.
Ein Teil der Erne diente jedoch zur Herstellung des traditionellen Cedratlikörs, der auch heute noch nicht mehr von der Insel wegzudenken ist. Er besteht aus 24% Alkohol, Zucker, Cedratfruchtfleisch.
Heutzutage gibt es nur noch wenige kleine Plantagen auf Korsika, die u.a. in kleinen Mengen an die Hersteller von Likören (Mattei, Damiani) und Konfitüren (Vincensini, Charles Antona u.a.)
beliefern.
Besonderheiten aus Korsika: Die Cedratfrucht
Hier ein altüberliefertes Rezept aus Uromas Marias Konfitüren Küche zur Herstellung von Cedtratkonfitüre:
Cedratkonfitüre
Zutaten:
2 kg Cedratfrüchte
2 kg Kristallzucker
1 Stange Vanille
3/4 Liter Wasser zur Herstellung des Sirups
Zubereitung:
Die Schale der Cedratfrüchte leicht reiben
Mit Hilfe einer Nadel die Schale einstechen und in kaltes Wasser einlegen
Drei Tage lang durchziehen lassen, um die Bitterstoffe der Frucht zu eliminieren.
Das Wasser täglich erneuern!
Dann die Früchte in kochendes Wasser einlegen und ca. 30 Minuten in heißem Wasser köcheln lassen.
Abtropfen und mit Küchenkrepp trockentupfen
Je Frucht in vier Hälften schneiden und die Kerne entfernen
Den Saft aufbewahren, der dabei abläuft
Nun den Sirup aus dem Saft, Wassern Zucker der Vanille zubereiten:
dazu die Zutaten zum Kochen bringen, bis sie aufschäumen
Wenn der Zucker anfängt zu blubbern, die Viertel der Cedratfrüchte einlegen und noch weitere zwanzig bis dreißig Minuten auf kleiner Flamme weiterköcheln lassen
wenn die Fruchtstücke glasig sind, ist die Marmelade fertig!
Nun die Konfitüre abkühlen lassen und dann in sterilisierte Bokale abfüllen.
Je nach Belieben genießen…
Viel Spaß beim Nachköcheln und Guten Appetit!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,
Liebe Grüße,
Miluna
22.11.20
20.11.20
19.11.20
14.11.20
11.11.20
Jean-Charles Papis im Sommer 2020 live aufgenommenenes Album namens Sperà, wird am 5. Dezember 2020 offiziell veröffentlicht
Jean-Charles Papi
Jean-Charles Papis im Sommer 2020 live aufgenommenenes Album namens Sperà, wird am 5. Dezember 2020 offiziell veröffentlicht
Der Autor, Komponist, Performer und Musiker Jean-Charles Papi hat sich langsam in der korsischen Musiklandschaft etabliert.
Schon in jungen Jahren begeisterte er sich für Musik und Gesang und schnitt sich zusammen mit vielen anderen Künstlern und Gruppen auf der Bühne die Zähne ab.
1985 debütierte er mit I Surghjenti, mit denen er das Album „Grana di vita“ aufnahm.
Anschließend war er von 1989 bis 2006 Mitglied von Canta u Populu Corsu, mit dem er 4 Alben aufnahm und auf den größten Bühnen Korsikas, des Kontinents und im Ausland sang. Er sang mit ihnen auf der Bataclan-Bühne im Jahr 2005. Was die Dôme de Marseille betrifft, wird er dort dreimal auftreten: einmal mit Canta U Populu Corsu im Jahr 2000 und zweimal mit I Muvrini in den Jahren 2004 und 2007.
Er nahm 1993 an einer Tour mit dem Chjami Aghjalesi teil.
Von 2006 bis 2008 war er die Stimme der Gruppe Novi, die er mit seinem Freund Pianisten und Arrangeur Gregory Gambarelli gründete. Es entstehen zwei von I Muvrini produzierte Alben (Novi und U Portaluci), mit denen er die größten korsischen und kontinentalen Bühnen überfüllt.
Seit 2009 solo, hat er zwei Alben aufgenommen (D’umani und Essenziali), die er während zahlreicher Tourneen auf Bühnen in Korsika und anderswo verteidigt hat.
Derzeit widmet er sich der Komposition und dem Schreiben von zwei Alben: einem im Sommer 2020 live aufgenommenen Album namens Sperà, das am 5. Dezember offiziell veröffentlicht wird. Es enthält die größten Hits seiner Karriere, aber auch ein Album mit kommenden Kreationen.
08.11.20
01.11.20
31.10.20
Die korsische Nationalhymne Diu vi salvi Rigina
Liebe BesucherInnen,
Heute möchte ich Ihnen einen weiteren Beitrag aus der Reihe „Besonderheiten aus Korsika“ vorstellen.
Ich möchte Ihnen von dem Ursprung der korsischen Nationalhymne berichten.
Die korsische Nationalhymne ist ein religiöser Gesang, der der Heiligen Jungfrau gewidmet ist.
Ende des 11. Jahrhunderts, hat der Evek von Puy, Ademar von Monteil die Originalfassung im Lateinischen aufgezeichnet. Er war einer der Anführer der ersten Kreuzzüge und verstarb 1098 in Antiochia.
Am Ende des 17. Jahrhunderts erstellte in Neapel, der Jesuitenmönch, Francesco de Geronimo, der aus Grottaglie in der Provinz von Tarente stammte, eine Version des Salve Regina, die für die einfache Bevölkerung in den Slums von Neapel, leicht verständlich sein sollte. Dies war jedoch nicht eine korrekte übersetzte Version aus dem Lateinischen, sondern es war eher eine Abwandlung. Der ursprüngliche Gesang aus Neapel kam dann nach Korsika. Korsen zogen nach Neapel aus, kehrten zurück und Neapolitaner siedelten sich auf Korsika an und brachten so ihr Kulturgut mit auf die Insel. Und dieser Gesang verbreitete sich auf der Insel und wurde in ihr eigenes Kulturgut aufgenommen.
Mehrere Versionen haben sich aus dem Ursprungstext entwickelt. Italienische Wörter wurden durch korsische Laute ausgewechselt, wie z.B. das „o“ in „DIO“, aus dem „DIU“ wurde.
Auch der Sinn wurde ein wenig abgewandelt: in dem ursprünglich religiösen neapolitanischen Text wird die heilige Regina darum gebeten, die Armen vor dem Unglück zu bewahren. In der korsischen Version bittet man die heilige Regina die Korsen vor ihren Feinden und Angreifern zu schützen.
Der Gesang wurde 1735 öffentlich zur korsischen Hymne ernannt, nachdem eine Revolution der Korsen gegen die genuesische Besetzung erwachte. Doch Genua hielt die Insel noch einige Jahre besetzt und die damaligen Anführer der korsischen Rebellion, darunter auch der Vater von Pasquale Paoli, waren gezwungen ins Exil zu fliehen, und zwar nach Neapel…
Hier der Originaltext und darunter die Übersetzung:
Diu vi salvi Rigina
E Madre Universale
Per cui favor si sale
Al Paradiso.
Voi siete gioia e riso
Di tutti i sconsolati,
Di tutti i tribolati,
Unica speme.
Voi dei nemici nostri
A noi date vittoria ;
E poi l'Eterna gloria
In Paradiso.
Gott Euch möge Euch segnen,
heilige Himmelskönigin,
aller Lebens Mutter,
durch euch sind wir geschützt
bis wir das Paradies erreichen
Ihr seid das Glück und das Lachen
Für die Traurigen
Und die Erschütterten
Einzige Hoffnung
Lasst uns gegen unsere Feinde siegen
Und gibt uns den ewigen Reichtum
Im Paradies
eine kleine Anekdote, die im direkten Zusammenhang mit DIU VI SALVI REGINA steht…aus der Reihe „Anekdoten aus Korsika“
Titel „Diu vi salvi Regina…“
Im Jahre 1988 verbrachten wir immer unseren Sommerurlaub auf Korsika. Wir hatten gerade eine Bergtour in der Monte Cinto Gegend und Haute Asco hinter uns und machten uns auf die Rückfahrt über Ponte Leccia an die Ostküste. Im Ort machten wir halt um noch einzukaufen.
Als ich in dem Krämerladen ein angeschlagenes Plakat entdeckte, das anzeigte, dass heute Abend in einem Bergdorf nahe Ponte Leccia ein Konzert einer korsischen Gruppe stattfinden sollte.
Ich kannte schon einige Lieder dieser Gruppe aus dem Radio her und fand sie einfach umreißend. Also überredete ich meinen Vater noch einen ruhigen Tag hier in der Gegend zu verbringen und dann am Abend in das Dörfchen zur Gala hochzufahren.
Ich bat ihm sogar an, bei den Astrofotos danach zu assistieren, was ich ja sonst selten machte. Er ließ sich überreden, da er na fast nie nein sagen konnte…
Wir verbrachten den Tag also in der Nahe am Fluss, dann abends fuhren wir ins Dorf hoch. Auf dem Stadium vor dem Ort war schon die Bühne aufgebaut worden, und der Platz füllte sich langsam an, die meisten Leute sammelten sich um die Pastisstände.
Einige der alten Lieder, der zu Zeiten schon sehr bekannten insulären Gruppe, hallten über die anliegenden die Berge und in das Tal.
Bei vollständiger Dunkelheit ging es endlich los. Wir hatten uns an einer der Tische in der Mitte des Platzes gesetzt, die alle jetzt voll besetzt mit Champagnertrinkenden waren.
Durch die Nacht hallten die ätherischen pathetischen klänge, begleitet von den faszinierenden Stimmen der Sänger. Ich war völlig hin und weg. Live war diese Gruppe ja noch eindrucksvoller. Ich ging völlig unter dem Zauber der Musik unter, schwelgte wie in Trance, von der Anziehungskraft der Musik dieser außergewöhnlichen Gruppe, die uns die korsische Seele noch näher brachte.
Es stand fest, von diesem Abend an war ich ein totaler Fan dieser Gruppe und ihrer Musik.
Mein Vater machte wie immer seine unpassenden ironischen Bemerkungen, wie „ist ja nicht schlecht das Gedudel, nur die Lautstärke ist störend, man hört ja seine eigene Stimme nicht mehr!
Beim nächsten Mal nehme ich Ohrstöpsel mit…versuchte er die Lautstärke zu überschreien.
Ich hoffte innig, dass keiner ihn verstanden hatte, kaum möglich bei den vollen Klängen, die sich nun auch mit rhythmischen schwungvollen Liedern abwechselten.
Das Konzert dauert etwa zwei Stunden. Dann gab es einige Zugaben, wo die Gruppe einige ihrer alten bekannten Lieder vortrug, wobei das vor allem Dingen jüngere Publikum völlig in Ektase geriet.
Wir, die Zuschauer wurden von den Sängern aufgefordert mit zu singen und mit zu klatschen.
Ich begab mich in die vorderste Reihe zu einer Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die alle vor der Bühne auf dem Boden saßen und lautstark mit grölten und wild klatschten, denn in meinen Reihen an den Tischen um uns herum saßen nur ältere Leute, die sich fast nur unterhielten, und das störte mich. In der ersten Reihe ging es dann wirklich gut ab.
Bis zum letzten Lied blieb die Stimmung auf der Höhe. Ich war noch ein wenig vorgerutscht und hatte so den ganzen Platz hinter mir…
nun wurde mit pompösen Synthesizer Klängen die korsische Nationalhymne „Diu vi salvi Regina“ eingeleitet, und alle Zuschauer stimmten mit ein und intonierten aus vollem Herzen diesen religiösen Gesang, der das Konzert offiziell abschloss…
Ich saß im Schneidersitzt nahe vor der Bühne und sang völlig vertieft mit.Ich spürte diese faszinierenden Klänge in meinem inneren vibrieren, wurde eins mit der Musik mit den Stimmen, es war einmalig…
Als es dann vorbei war, weckte mich der tosende Beifall aus der Trance.
Ich erhob mich langsam, schüttelte mir den Staub ab und begab mich dann durch die Menge nach hinten zu meinem Vater…
oh die Leute waren schon alle aufgestanden, um zu gehen?
Ich bahnte mir ein Weg hindurch, aber irgendwie hatte ich den Eindruck, dass ich von allen Seiten von unzähligen Augenpaaren angestarrt wurde. Einige Leute schauten mich strafend an, einige lachten, einige schüttelten unverständlich den Kopf.
Was war denn da geschehen? Hatte ich zu schief gesungen? Oder den Text schlecht interpretiert? Ich erreichte meinen Vater, der mir schon ungehalten zuwinkte, und mich dann schnell aus der Masse in Richtung Auto wegzog. Ich wehrte mich, da ich doch noch ein Album und ein Poster kaufen und es von den Sängern signieren lassen wollte…doch er schob mich beiseite, und fauchte mich an:
Du hast dich ja fürchterlich blamiert! Alle, aber auch alle, selbst die Ältesten und Gebrechlichsten sind während der Nationalhymne aufgestanden! Du warst die Einzige auf dem gesamten Platz, die vorne vor der Bühne sitzen geblieben ist, selbst die Sänger haben gegrient! Wie ist es möglich, dass du nichts bemerkt hast?!!!
Auweia, mir stieg das Blut in den Kopf. Das war wirklich peinlich. Aber in de Anbetung dieser ergreifenden Musik, habe ich eben nichts mehr neben und hinter mir wahrgenommen…
Ein zweites Mal ist mir das natürlich nicht mehr passiert…beim nächsten Konzert war ich die Erste, die beim Beginn der korsischen Nationalhymne aufstand…
Liebe Grüße,
Miluna
hier ein Video mit Text:
"Inferno am Fium Alto"
Heute möchte ich Ihnen meine Kriminalerzählung "Inferno am Fium Alto" vorstellen. Der Kurzkrimi erschien im Mai 2010 im Verlagshaus Monsenstein und Vannerdat. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen ... Viel Spaß beim Lesen!
Herzlichst,
Miluna

Diese Kriminalerzählung ist im Rahmen meines Fernstudiums «Autor werden, schreiben lernen», dass ich 1993 kurz nach meiner Wiederankunft auf Korsika absolviert habe, entstanden.
Als Hausaufgabe musste ich einen Krimi abliefern, aber das fiel mir überhaupt nicht leicht, da ich dieses Genre überhaupt nicht mag, weder als Leser, noch als Autor. Doch wie immer, brauen sich meine Geschichten in meinem Geist zusammen, wenn sie nur genügen Anregung von Außen und auch von Innen (also von meinem inneren Seelenzustand) erhalten.

Ich lebte damals auf einem Campingplatz, und auch in meinen ärgsten Alpträumen hätte ich mir nicht vorstellen kann, das dieses unscheinbare Flüsschen so außer Rand und Band geraten kann: Campingwagen wurden weggetragen, Stromleitungen umgerissen, Bäume entwurzeln und meinen Wagen (ein schicker Opel Kadett Corsa special edition) erwischte es auch. Er lief voll, wurde weggeschwemmt, vor meinen Augen, saß dann aber irgendwo auf ... ebenso wie mein Mobilhome. Es war schon bis zur Hälfte mit Schlamm und Wasser angefüllt, doch ich stürzte mich in die Wassermassen, um mein Handy, mein Computer, meine Disketten mit meinen Romanen u.a. zu retten. Meine Wirtin rief mir hinterher, das alles sausen zu lassen, doch auf dem Rückweg zum Haus, in der Mitte des Campings, inzwischen umgeben von reißendem strömenden Wasser, entdeckte ich auf einmal meine Hündin Shiwa, die kläffend in die Fluten sprang und einer Art Wassergans hinterher jagte.


Aus diesem Erlebnis ist dann die Krimierzählung „Inferno am FiumAlto“ entstanden.

Hier nun zur Geschichte: Inferno am Fium Altu
In dem grünen Tal der Mittelgebirgsgegend "Castagniccia" auf Korsika fließt der Bergfluss Fium-Altu. Ende Oktober stieg er nach drei Tagen lang anhaltenden Regenfällen so gefährlich an, dass er die Bewohner in ihren anliegenden Behausungen gefährlich bedrohte. Während sich dieses Wetterchaos zu einer Naturkatastrophe entwickelt, wird eine junge Frau vermisst. Ist die verschollene Serena Opfer der Flusskatastrophe geworden oder hat sich jemand ihrer, Dank der strömenden Fluten, entledigen wollen? Maddalena Pieraccini, eine junge Kriminalkommissarin, macht sich auf ihre Suche, und wird dabei in mysteriöse Angelegenheiten verwickelt, die ihr beinahe selbst das Leben kosten ...
Ich habe mit meiner Geschichte am Krimiwettbewerb von bookrix teilgenommen und mit ihr den zweiten Platz gewonnen. Inferno am Fium Altu ist in der Anthologie „Der Mörder geht ins Netz" in der Verlagsgruppe Monsenstein und Vannerdat im Frühjahr 2010 erschienen.